Gasthaus zur Burg & Burghotel Münzenberg

1897 - 1918: Das Goldene Zeitalter der Ansichtskarte

Allein im Jahre 1899 wurden in Deutschland 88 Millionen Ansichtskarten produziert. Das Wachstum dieses Industriezweigs stand in Zusammenhang mit der sich gleichzeitig ausbreitenden Sammelleidenschaft und dem aufkommenden "Tourismus" in Deutschland. In den 1890er Jahren verzeichnete man die Gründung der ersten Sammlervereine und die Herausgabe der ersten Sammlerzeitschriften.  Um 1900 beschäftigte eine Fabrik in Frankfurt a. M. ca. 1200 Angestellte, die an jedem Tag bis zu hundert neue Motive herausbrachten. Im Rekordjahr 1903/1904 liefen in Deutschland 1,16 Milliarden Ansichtskarten. Da bis 1905 auf der Vorderseite nur die Anschrift stehen durfte, blieb nur ein begrenzter Platz auf der Bildseite, der beschrieben werden konnte. Viele Ansichtskarten aus dieser Zeit wurden auf der Bildseite mit einem schmalen Streifen oder einer Ecke für die “Tausend Grüße und Küsse“ versehen. Wer mitteilsamer sein wollte, schrieb einfach über die Motive oder wählte eine sehr kleine Schriftgröße. Aus dieser Zeit stammen die meisten “Gruss aus ...”-Ansichtskarten, die heute - wie damals - in Sammlerkreisen sehr beliebt sind. Erst 1905 wurde die geteilte Rückseite für Mitteilungen an den Empfänger von der Postverwaltung zugelassen. (vgl. hierzu www.ansichtskarten-archiv-philippsburg.de)

Ausflugslokale wie das GASTHAUS ZUR BURG hielten Ansichtskarten für ihre Gäste bereit, die damit ihren Besuch auf Burg Münzenberg dokumentierten. Gleichzeitig waren diese besonderen Bild-Postkarten auch ein ideales Werbemittel. Aber auch historische Persönlichkeiten ließen Ansichtskarten erstellen und als Sonderpostkarten in Umlauf bringen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Ausflug der Zaren- und Großherzogsfamilie nach Münzenberg am 10. September 1910


"Die Zarenfamilie, sowie die großherzogliche Famiie machten gestern Nachmittag einen Ausflug in Automobilen über Butzbach nach Münzenberg, wo sie mit der Licher Fürstenfamilie, die im Wagen dorthin gefahren war, zusammentraf. ... In Münzenberg wurde die Burg besichtigt und dann im Freien in der Gastwirtschaft Klein "Zur Burg Münzenberg" der Kaffee und Kuchen eingenommen. Ueber eine Stunde dauerte der Aufenthalt in Münzenberg, alsdann fuhr man über Wohnbach nach Friedberg zurück. (Wie weit der Personenkultus geht, ist am besten daraus ersichtlich, daß die Tassen, aus denen das Zarenpaar trank, zu hohem Preise verkauft wurden." (Bericht in der Butzbacher Zeitung vom September 1910)

 

 

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